Offizieller Besuch der Jubiläumsausstellung durch den sächsischen Landesbischof Jochen Bohl
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am 9. Juni 2010 auf der Burg Schönfels
in Anwesenheit des ehemaligen BStU-Außenstellenleiters Dr. Martin Böttger und des Landrates a. D. Christian Otto
und anschließendes Gespräch mit dem ökumenischen Bibelarbeitskreis


Museumsleiterin Ina Schumann, ehemaliger BStU-Außenstellenleiter Chemnitz Dr. Martin Böttger,
Pfarrer i. R. Manfred Elsässer, Elektromeister Winfried Heber,Landesbischof Jochen Bohl,
Persönlicher Referent des Bischofs Pfarrer Urs Ebenauer, Bürgermeisterin Inge Krauß,
Pfarrer i. R. Dr. Edmund Käbisch, ehemaliger Landrat Chrisian Otto und ehemaliger
Pfarrer Klaus Michael Kunze (v. links; Foto: Dr. Georg Effenberger)


Superintendent Eberhard Dittrich, ehemaliger Pfarrer Klaus Michael Kunze, ehemaliger BStU-Außenstellenleiter
Dr. Martin Böttger, ehemaliger BStU-Außenstellenleiter Chemnitz Dr. Martin Böttger, Pfarrer i. R.
Dr. Edmund Käbisch (v. links; Foto: Dr. Georg Effenberger)


Persönlicher Referent Pfarrer Urs Ebenauer und Landesbischof Jochen Bohl (Foto: Dr. Georg Effenberger)



ehemaliger Pfarrer Klaus Michael Kunze, Superintendent Eberhard Dittrich, Bürgermeisterin Inge Krauß,
Museumsleiterin Ina Schumann, Landrad a. D. Christian Otto (v. links; Foto: Dr. Georg Effenberger)


Landesbischof Bohl im Gespräch mit dem ökumenischen Arbeitskreis (Foto: Klaus Michael Kunze)

Presseinformation zum offiziellen Bischofsbesuch

zum Besuch des Landesbischofs Jochen Bohl zur gemeinsamen Besichtigung der Jubiläumsausstellung mit anschließendem Gespräch
Zeit: Mittwoch, 9. Juni 2010, 15 Uhr bis ca. 17 Uhr
Es waren anwesend: Landesbischof Jochen Bohl, Persönlicher Referent des Bischofs Pfarrer Urs Ebenauer, Superintendent Eberhard Dittrich, Bürgermeisterin der Gemeinde Lichtentanne Inge Krauß, Museumsleiterin Ina Schumann, Landrat a.D. Christian Otto, vom Arbeitskreis Dr. Georg Effenberger, Winfried Heber, Klaus Michael Kunze, Manfred  Elsässer, Dr. Martin Böttger. Dr. Edmund Käbisch

I. Der Landesbischof wurde durch die Räume der Ausstellung geführt, damit er eine Übersicht von der Vielfaltigkeit der Jubiläumsausstellung erhielt.

  1. Kleine Einführung zur Entwicklungsgeschichte der Ausstellung, die sowohl vom Bibelarbeitskreis als auch von Religionsschülern erstellt wurde. Die Ausstellungsmacher wiesen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass keiner ein „Profi“ ist, sondern die Ausstellung aus eigener Kraft und nach den finanziellen Möglichkeiten erstellt, ständig erweitert, ergänzt, aktualisiert und den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten angepasst wurde.
  2. Der Landesbischof wurde darüber informiert, wie der Besucher mit allen Sinnesorganen im Sinne einer ganzheitlichen Museumspädagogik angesprochen werden soll. Damit soll angeregt werden, sich mit den dargestellten Themen umfassend und nachhaltig auseinanderzusetzen. So kann sich der Besucher ein eigenes Urteil bilden.
  3. Der Landesbischof betrachtete besonders intensiv die Dokumentationstafeln, die den Kern der Ausstellung bilden. Darauf werden Menschen der Region dargestellt, die in den beiden Diktaturen des letzten Jahrhunderts versucht haben, biblische Worte in der Gesellschaft und Kirche konsequent umzusetzen. Das Ziel der Tafeln besteht darin, couragiertes Handeln anhand von Quellen, Bildern und anderen Medien zugänglich zu machen.
  4. Dem Landesbischof wurden exemplarisch einige Persönlichkeiten aus der NS- und DDR-Zeit vorgestellt.
  5. Der Landesbischof merkte zu der Dokumentation des OV „Kammer“ (Stasibearbeitung des Dom-Kirchenvorstandes) an, dass sie seiner Meinung nach einseitig sei. Es müssten ebenfalls die heutige Sichtweise der Kirchenvorsteher zu den damaligen Ereignissen dokumentiert werden.

 II. Gesprächsrunde, zu der Superintendenten Dittrich fernblieb

  1. Der Landesbischof erklärte, dass er sich ein eigenes Bild über die Jubiläumsausstellung machen wollte. Er wollte mit seinem Besuch ein Zeichen setzen, damit die angespannte Situation überwunden werde.
  2. Dr. Effenberger schilderte die Entwicklung des Konfliktes zwischen der Landeskirche mit dem unabhängigen Arbeitskreis. Er wies dabei darauf hin, dass die Gesprächskultur seiner Meinung nach nicht den Gepflogenheiten in einem demokratischen Land entsprechen. Er bedauerte sehr, dass es seit acht Jahren zu keinem Gespräch gekommen sei. Der Zwickauer Dom wollte die Ausstellung nicht. Die Landeskirche habe erklärt, dass bestimmte Dokumentationen „wahrheitswidrig“ seien, ohne dass jemals ein Beleg vorgelegt wurde oder ein Gegenbeweis angetreten worden ist. Diese Vorgehensweise habe auch etwas mit dem 8. Gebot zu tun, welches nach Meinung von Dr. Effenberger auch für die Kirchenleitung gelten sollte. Es gibt bei der Beurteilung historischer Vorgänge immer unterschiedliche Betrachtungsweisen und Blickrichtungen der Geschichtsbetrachtung. Meinungsfreiheit gehöre zur Demokratie.
  3. Dr. Käbisch unterstrich die Freude und Dankbarkeit des Bibelarbeitskreises darüber, dass heute diese Begegnung und das Gespräch stattfinden. Das ungebrochene Interesse an der Ausstellung liege daran, dass lokale Geschichte konkret aufgearbeitet werde. Mit der Ausstellung kam ein Prozess in Gang wie z. B. die Bildung von Netzwerken zwischen Gruppen, die sich in pädagogischer oder theologischer Perspektive mit der DDR-Geschichte beschäftigen; wichtig sei vor allem die Zusammenarbeit mit Schulen, die Kooperationen mit Hochschulen und Universitäten, die Anfertigung von Schüler- und Examensarbeiten zu Themen der Ausstellung, ferner die Errichtung der Dokumentationsstelle im Zwickauer Hilfe Zentrum; juristische Bestätigung, dass wahrer Tatsachen hinnehmbar sind, wenn sie in der Ausstellung dokumentiert werden; Schirmherrschaft des sächsischen Ministerpräsidenten; Weiterentwicklung der Ausstellung für Schulen mit dem Titel „Aufbruch zur Mündigkeit“; Erstellung von fächerübergreifenden Arbeitsmaterialien für Schüler und Lehrer, etc. Dr. Käbisch mahnte an, dass die kirchlichen Archive für die Forschung verschlossen sind. Deshalb fehlt dieser landeskirchliche Aspekt in den Dokumentationen. Er unterstrich noch einmal das pädagogische Ausstellungskonzept: Der mündige Bürger soll anhand konkreter Tatsachen befähigt werden, sich selber ein Urteil zu bilden.
  4. Der Landesbischof erklärte, dass die Landeskirche bislang noch keinen Forschungsauftrag zur Aufarbeitung der DDR-Zeit erteilt habe. Dagegen wurde begonnen, die NS-Zeit aufzuarbeiten. Dafür stellte die Kirchenleitung viel Geld zur Verfügung.
  5. Der Landesbischof stellt in Aussicht, dass weitere Vereinbarungen über die Bischofskanzlei vorgenommen werden sollten.

Bitte beachten: Stellungnahmen gegenüber der Medien wird der Landesbischof selbst abgeben!

Leider ergab sich nicht die Gelegenheit, dass ich dem Landesbischof das Buch „Das Fanal von Falkenstein“, dass ich auch dem Ministerpräsidenten überreichte, zu übergeben. Dieses werde ich ihm nachsenden.

Hier Information zum inoffiziellen Bischofsbesuch!